Facebook Ads

Welche Neuerungen können wir als Nächstes auf Facebook erwarten? Und was sollte Ihr Unternehmen angesichts der mit dem iOS 14.5+ Update einhergehenden Entwicklungen im Rahmen seiner Facebook-Marketingstrategie einplanen?

Letzte Woche gab Dan Levy, Facebooks Vizepräsident für Ads & Business Products, einen Überblick über die vier Schlüsselelemente, die Facebook maximieren möchte, um für die nächste Generation des Nutzerverhaltens gerüstet zu sein.

  • Produkt- und Business Discovery
  • E-Commerce Funktionen
  • Business-Tools jenseits des Marketings
  • Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre


Wir haben Ihnen die wichtigsten Hinweise und wertvolle Tipps zusammengestellt, damit Sie in der sich ständig verändernden digitalen und Social Media Welt auf dem Laufenden bleiben. Allen Voran ist Facebook mit seinen Produkten Instagram, WhatsApp und Messenger ja bekannterweise ein wahrer Innovationsinkubator. Worauf können wir uns also einstellen?

Was passiert gerade in der Social Media Marketing Landschaft?

Unternehmen sehen sich mit einer permanenten Veränderung im Verhalten der Verbraucher konfrontiert: Eine Migration zum E-Commerce, die unter regulären Umständen wahrscheinlich ein Jahrzehnt gedauert hätte, ist Lockdown-bedingt innerhalb eines Jahres explodiert!

Dies – kombiniert mit den sich ständig weiterentwickelnden Technologien – ist eine generationenübergreifende Chance für unsere E-Commerce Branche, wieder einmal innovativ zu sein. Vor allem auch wenn es darum geht, die Erwartungen der Verbraucher an den Schutz ihrer Privatsphäre zu erfüllen. Wir müssen neue Wege schaffen, um Kunden zu erreichen und den Verbrauchern gleichzeitig mehr Kontrolle darüber zu geben, wie ihre persönlichen Daten in der Werbung verwendet werden.

1. Produkt- und Business Discovery

Zusätzlich zu den neuen Datenherausforderungen liegt ein wichtiger Fokus für Facebook auch auf E-Commerce. Einen beachtlichen Schritt zum Ausbau der Online-Shopping-Funktionen stellt Facebooks Erweiterung seiner In-Stream-Einkaufstools dar. Damit passt sich der Social Media Gigant an das wachsende Shopping-Verhalten der Verbraucher sowie die neusten Trends in der digitalen Welt an – aka TikTok’s Boom und Innovationen in Form von videogestützten Shopping Erlebnissen

Image Credit: facebook.com

In diesem Zusammenhang sagt Levy, dass Facebook verschiedene neue User-Experiences testet: «Zunächst einmal testet Facebook eine neue Option im News Feed der Nutzer, die es ihnen ermöglicht, durch Antippen Inhalte von Brands zu Themen wie Beauty, Fitness oder Fashion zu finden und gleichzeitig Inhalte von themenverwandten Brands zu erkunden“.

Tests in dieser Hinsicht wurden bereits im April ausgerollt, als einige Nutzer neue Prompts in ihren Feeds sahen, die Ihnen die Möglichkeit anboten, Themen zu folgen, für die sie sich interessieren.

Das wird Facebook dabei helfen, mehr produkt- und markenorientierte Listen, je nach Interesse, für jeden Nutzer zu erstellen. Was wiederum dazu beitragen wird, die Produktentdeckung zu maximieren.

Darüber hinaus möchte Facebook auch verbesserte Anzeigenplatzierungen erstellen, basierend auf den Inhalten, mit denen die Nutzer interagieren. „Wenn der Nutzer also ein Reisevideo anschaut, könnten wir Anzeigen für Hotels und Flüge zeigen.“ Facebook bietet dies bereits bis zu einem gewissen Grad über seine Ad-Targeting-Optionen an. Doch der Social Media Anbieter möchte in dieser Hinsicht noch spezifischer werden, was neue Werbemöglichkeiten eröffnen könnte.

Levy sagt, dass sie auch versuchen, speziell kleine Unternehmen zu fördern. Und zwar mit einem neuen Badge, das auf den Anzeigen von KMUs angezeigt wird.

Unterhalb des Hauptanzeigefeldes wird sich nun eine neue Markierung befinden, die angibt, dass es sich um ein „Small Business“ handelt. Da viele Verbraucher versuchen, kleinere, lokale Brands zu unterstützen, um die Auswirkungen der Pandemie zu lindern, könnte dies helfen, die Resonanz zu verbessern.

Image Credit: facebook.com

2. Facebook dringt immer weiter in den Bereich des E-Commerce vor

Als Folge der Pandemie wächst auch die Popularität von Facebooks eCommerce-Tools immer mehr, die mit dem Anstieg des Online-Shoppings einhergeht. Mittlerweile besuchen eine Milliarde Menschen jeden Monat den Facebook Marketplace. Facebook- und Instagram-Shops, die im Mai letzten Jahres gestartet wurden, verzeichnen mittlerweile über 300 Millionen monatliche Besucher.

Der nächste Schritt ist die Ausweitung der Shop- und Produktangebote über den bereits erwähnten Themen- und Business-Discovery-Feed und die Ausweitung der Shop-Angebote auf den Marketplace. Gleichzeitig werden die Facebook Pay-Tools verbessert, um den Einkaufsprozess zu vereinfachen.

„Facebook und Instagram entwickeln sich rasant zu einer Anlaufstelle für Kauf und Verkauf. Über die kommenden Jahre werden wir ein modernes E-Commerce-System aufbauen, um diese Nachfrage über Anzeigen, Community-Tools, Messaging, Shops und Zahlungen zu erfüllen. Das alles dient dazu, eine personalisierte, nahtlose Customer Journey zu schaffen, in der es einfacher wird

  • ein Produkt zu entdecken
  • sich darüber zu informieren
  • sich für den Kauf zu entscheiden
  • es zu bezahlen und
  • es vor der eigenen Haustür zu finden.“ – so Levy.


Dies ist momentan ein Hauptaugenmerk für Facebook, sowie für fast alle großen sozialen Plattformen. Da sich Verbraucher immer mehr daran gewöhnen, einen Artikel in einem Social-Media-Post zu sehen und ihn dann sofort zu kaufen, werden sich weiterhin immer neue Möglichkeiten für E-Commerce Funktionen in den sozialen Netzwerken eröffnen. E-Commerce-Unternehmen und Plattformen, die diese Änderung im Nutzerverhalten nicht ausnutzen, verpassen hingegen eine bedeutende Umsatzquelle.

3. Facebooks Business-Tools jenseits des Marketings

Nicht nur im Bezug auf seine Shopping-Funktionen plant Facebook sein Angebot für Unternehmen auszuweiten. Auch in anderen Gebieten arbeitet der Social Media Riese daran, seine Business-Management-Tools und Prozesse weiterhin zu verbessern.

Unter anderem werden neue Elemente hinzugefügt wie

  • Job-Listings
  • das Hochladen von Lebensläufen auf Nutzer-Profile
  • verbesserte Messaging-Funktionen
  • digitale Bildungs-Tools

4. Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre

Facebook-Marketer kämpfen immer noch mit den Auswirkungen von Apples ATT-Update. Denn das mit dem iOS 14.5 Update einhergehende App Tracking Transparency Framework (ATT) schränkt die Datenverfolgung für Werbetreibende seit April dieses Jahrs extrem ein. Und da auch Google sich mit seinem Federated Learning of Cohorts (FLoC) in nächster Zukunft vom Werbecookie verabschieden will, müssen neue Optionen gefunden werden, um die Werbewirksamkeit von Anzeigen zu gewährleisten.

Facebook hat also trotz seiner Proteste gegen Apples Update keine andere Wahl, als daran zu arbeiten, neue Tools einzubauen, die eine optimale Zielgruppenansprache und Fokussierung innerhalb dieser neuen Einschränkungen ermöglichen. Speziell zu diesem Thema sagt Levy, dass Facebook an der Entwicklung neuer „Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre“ arbeitet. So soll die Menge an persönlichen Informationen, die die Plattform aufnimmt, minimiert werden. Im gleichen Atemzug soll es Werbetreibenden dennoch ermöglicht werden, ihre Werbeaktionen mit optimaler Effizienz zu targeten.

Facebook arbeitet mit Industriepartnern und Organisationen zusammen, um wichtige Best Practices an dieser Front zu etablieren, darunter die Partnership for Responsible Addressable Media (PRAM), das World Wide Web Consortium (W3C) und die World Federation of Advertisers (WFA). Ob dies zu vergleichbaren Targeting-Kapazitäten führt, bleibt abzuwarten. Doch wird dies ein wichtiges Element darstellen, während Facebook versucht, bessere Lösungen für Werbetreibende in der Post-ATT-Umgebung zu liefern.

FLoC Cookie Ban

Facebook führt als Reaktion auf die ATT-Änderungen Updates für Conversion Modeling und Events ein

Aktuelle Statistiken von AppsFlyer zeigen, dass etwa 42 % der iOS-Nutzer sich dafür entscheiden, das Datentracking zu erlauben, wenn sie Apples ATT-Prompt sehen. Obwohl dies ein ziemlich guter Wert ist, bedeutet das aber auch, dass die Mehrheit der Nutzer das In-App-Daten-Tracking abgeschaltet haben.

Dies hat wiederum zu Einschränkungen in den Insights-Daten für Facebook-Werbetreibende geführt. Wenn auch Sie Facebook Ads schalten, wird Ihnen der reduzierte Datenfluss im Performance-Reporting wohl höchstwahrscheinlich selbst aufgefallen sein. Im Gegenzug versucht das soziale Netzwerk nun also, Änderungen an seinen Attributionsmodellierungsprozessen vorzunehmen, um die verlorenen Erkenntnisse zu berücksichtigen und eine bessere Steuerung des Targetings für Werbetreibende zu ermöglichen.

Die jüngsten Änderungen betreffen vor allem das Tracking von Ereignissen und Conversions. In diesem Zuge erlaubt Facebook es Werbetreibenden nun, ihr Fokus-Ereignis für eine Kampagne zu aktualisieren, ohne dass der Werbetreibende bei jeder Änderung die Kampagne pausieren und manuell neu starten muss.

Lockerung der 72-Stunden-Rücksetzfrist für alle Anzeigensätze, die auf die Top 8 priorisierten Ereignisse im Event Manager optimiert sind

Seit dem 16. Juni werden Werbetreibende mit Anzeigensets, die auf ein im Event Manager priorisiertes Ereignis optimiert sind, nicht mehr pausiert, wenn sie eine Änderung an ihrer Ereigniskonfiguration vornehmen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Sie immer noch eingeschränkt sind, wie oft sie Änderungen vornehmen können. Zum Beispiel werden Sie, nachdem Sie einmal Änderungen vorgenommen haben, für die nächsten 72 Stunden blockiert, weitere Änderungen vorzunehmen. Zudem können einige Änderungen zu einer eingeschränkten Auslieferung und Berichterstattung führen.  

Nehmen wir einmal an, Sie ändern Ihre Event-Konfiguration und priorisieren Ihr Top-Event auf „Kaufen“ anstelle von „Zur Wunschliste hinzufügen“, da Sie am bevorstehenden langen Wochenende einen 50% Sale in Ihrem Online-Shop haben. In der Vergangenheit müssten Sie 72 Stunden warten und Ihre Werbekampagnen dann manuell neu starten, die für „Kauf“, „Auf die Wunschliste setzen“ sowie andere Ereignisse unterhalb des geänderten Ereignisses priorisieren.

Mit der aktuellen Änderung können Sie jedoch sofort mit der Optimierung für Kaufereignisse beginnen, ohne den Rücksetzungszeitraum abzuwarten. Sie wären allerdings immer noch dadurch eingeschränkt, dass sie nur alle 72 Stunden Änderungen vornehmen können. Dies wird es einfacher machen, Ihre Kampagnen flexibel zu halten und Ihren Fokus basierend auf Leistungstrends zu ändern.

Facebook fügt ausserdem geschätzte Conversions in sein 7-Tage-Klickattributionsfenster ein

Viele Facebook-Werbetreibende haben in den letzten Wochen einen deutlichen Rückgang der Conversions festgestellt, da Facebook nicht mehr in der Lage ist, diese zu tracken. Viele Marketer berichten auch über große Diskrepanzen zwischen ihren Daten-Reporting-Tools, weil sie die Punkte zwischen dem Facebook-Reporting und ihrer tatsächlichen Leistung nicht miteinander verbinden können.

Die Ausweitung der Nutzung der Conversion-Modellierung hilft Werbetreibenden nun dabei, Daten zu berücksichtigen, die durch das ATT-Update verloren gegangen sind.

In der Vergangenheit beinhaltete lediglich die 1-Tages-Klick-Attributionseinstellung diese Art von modellierten Daten, die Ereignisse von Opt-Out-Nutzern berücksichtigen können. Nun wurde die Nutzung der Conversion-Modellierung erweitert, um sie in die 7-Tage-Klick-Standard-Attributionseinstellung einzubeziehen.

Die Einbeziehung dieser modellierten Conversions kann zu einem spürbaren Anstieg der attribuierten 7-Tage-Klick-Conversions führen. In Fällen, in denen jedoch nicht genügend Daten vorliegen, um Schätzungen vorzunehmen, enthalten die berichteten Ergebnisse möglicherweise keine modellierten Conversions.

Facebook arbeitet eigenen Aussagen zufolge allerdings kontinuierlich daran, seine Machine-Learning-Modelle zu verbessern und die Abdeckung der modellierten Conversions zu erweitern.

Zusätzliche Flexibilität für Website Conversion-Kampagnen

Abschliessend bietet Facebook mehr Flexibilität für Werbetreibende, die die Performance für Android-Nutzer maximieren möchten, indem die Ereignisoptionen im Kampagnen-Setup erweitert werden.

Das bedeutet, dass Werbetreibende, die Android-Nutzer ansprechen möchten, nun mehr Möglichkeiten haben, ihre Kampagnen basierend auf ihrer Performance zu optimieren. Leider wird Ihnen dies jedoch nicht helfen, wenn Sie Nutzer auf ihren iOS Geräten erreichen möchten.

FAZIT: Wer auf dem Laufenden mit Facebooks Neuerungen bleibt, gewinnt!

Die Änderungen bezüglich Facebooks Datentracking als Reaktion auf das ATT-Update sind zwar eher technischer Natur. Doch haben sie große Auswirkungen für Media-Buyer und Performance-Marketer, die ihre Facebook-Werbeausgaben maximieren möchten. Und obwohl modellierte Daten nie so detailgetreu sein werden wie eine tatsächliche Performance, hofft Facebook durch die Bereitstellung von mehr mit der Gesamtleistung übereinstimmenden Insight-Daten, Marketern dabei zu helfen, genauere Ergebnisse für ihre Ausgaben zu sehen und sie dann besser zuordnen zu können.

Facebooks Business-Schwerpunkte geben ausserdem einen interessanten Eindruck darüber, welche Möglichkeiten sich in der nächsten Zukunft für Marketer auf den sozialen Plattformen bieten werden. Wie erfahrene Werbetreibende wissen, neigt Facebook dazu, Projekte zu bevorzugen, auf die es seinen Fokus verstärken möchte. Je mehr Sie sich also an diese Shopping Experimente und ans Testen neuer Tools heranwagen, desto mehr werden Ihre Werbemassnahmen mit Reichweite belohnt.  

Gleichzeitig sollten Sie jedoch im Hinterkopf behalten, dass es problematisch sein kann, zu viel Vertrauen in die Plattform zu geben. Wie Facebook in der Vergangenheit bereits gezeigt hat, können sich seine allgemeinen Prioritäten plötzlich verschieben. Dies kann wiederum dazu führen, dass Brands, die ein gewisses Maß an Referral Traffic oder mehr Verkäufe von den Tools der Plattform erwartet haben, enttäuscht werden.

Man kann also nur hoffen, dass Facebook bei der Ausweitung seines E-Commerce-Vorstosses vorsichtiger mit solchen Auswirkungen umgeht. Es ist also ratsam, die Shopping-Plattform eher als „Pachtfläche“ anzusehen, und sich darüber bewusst zu sein, dass Facebook seine Meinung jederzeit ändern und Ihre Reichweite abwürgen kann.

Trotzdem ist es wichtig, ein gewisses Verständnis für den geplanten Fokus von Facebook & Co zu haben und zu wissen, in welche Richtung sich die Social Media Plattformen bezüglich ihrer User Experiences in nächster Zukunft hinbewegen werden.

Unser Media Buying Team bei R17 Ventures ist immer up-to-date, wenn es um die News in der Welt der sozialen Medien geht. Kontaktieren Sie uns noch heute und wir zeigen Ihnen die Potenziale auf, die Ihr Online-Business mit durchdachtem Paid Advertising aus Expertenhand erreichen kann.

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